Newsletter 3/2025


Newsletter 3/2025 - Temperaturanstieg Schweiz


Die Klimaentwicklung ist weltweit besorgniserregend. Noch immer werden wachsende Mengen von  CO2 ausgestossen. Nach Angaben der NGOs existieren derzeit 601 Öl-, Gas- und Kohle-Projekte; 43% davon in China. Ihre möglichen Emissionen liegen laut Analyse 11 (Elf mal) über dem globalen CO2-Budget, das zur Begrenzung der Erwärmung auf 1.5 Grad nötig wäre.Das lässt weltweit die Temperaturen ansteigen. Und noch besorgniserregender ist die Tatsache, dass der Temperaturanstieg in der Schweiz markant höher ist als im weltweiten Durchschnitt.

Quellen:


Warum steigt die Temperatur in der Schweiz stärker als in anderen Ländern? Eine Kurzbegründung:

Die Schweiz ist ein Binnenland und kann nicht von der abfedernden Wirkung der Ozeane profitieren, die grosse Wärmemengen absorbieren können. Weltweit gesehen erwärmen sich die Kontinente stärker als die Ozeane.

Auch die Höhenlage und die Struktur der Alpen spielen eine wichtige Rolle. Schnee und Eis schmelzen immer schneller, wodurch die Fähigkeit der Oberfläche, das einstrahlende Sonnenlicht in den Weltraum zurück zu reflektieren, abnimmt (bekannt als «Albedo-Effekt»).

Unbedeckte Flächen, wie Boden und Felsen, die durch den Rückzug der Gletscher freigesetzt werden, nehmen tendenziell mehr Wärme auf, was die Erwärmung des Landes insgesamt beschleunigt.

 «Der hohe Anteil an Gebirge ist einer der Hauptfaktoren, der erklärt, warum sich die Schweiz schneller erwärmt als andere Länder», sagt Aude Untersee, Meteorologin bei MeteoSchweiz, gegenüber Swissinfo.

 


Die neueste Klima-Risikoanalyse


Der Bund hat seine Klima-Risikoanalyse von 2017 aktualisiert auf den Stand des Jahres 2025.

Hier der Link zum Bericht.  

Er enthält eine grafische Übersicht über die zu erwartenden Veränderungen in der Schweiz:(siehe nachfolgendes Bild). Je weiter rechts ein Thema steht, umso stärker ist der Effekt schon heute. Je weiter oben es steht, desto grösser sind die Veränderungen bis 2060. Die Farbe zeigt die Risikokategorie an und die Form, ob es eine Gefahr (Kreis) oder eine Chance (Dreieck) ist. Nicht unerwartet hat es deutlich mehr Kreise.

Durch die zunehmenden Probleme werden auch die Verteilungskämpfe steigen und damit Egoismus, Demokratiefeindlichkeit und Armut – etwas, was auf der Welt leider auch so schon zunimmt. Die grosse Herausforderung wird es also sein, gleichzeitig die Klimaveränderungen und die Armut zu bekämpfen und dabei nicht egoistisch zu handeln und die Demokratie zu wahren. Hoffen wir, dass dies gelingt!

 

Der Temperaturanstieg in der Schweiz hat Folgen für die Bevölkerung, die Wirtschaft und die Landschaft. Immer häufigere und intensivere Hitzewellen stellen ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar, insbesondere für ältere Menschen. Auch die Landwirtschaft ist gefährdet. In den Bergen schmelzen Gletscher und Permafrost, das Risiko von Naturkatastrophen nimmt zu.

 Das Auftauen der gefrorenen Bodenschicht, bekannt als Permafrost, wird einige Folgen für die Bergregionen haben:

Die Erwärmung in der Schweiz war zwischen 2015 und 2024 am stärksten ausgeprägt. In dieser Zeitspanne verzeichnete das Land die drei wärmsten Jahre aller Zeiten (2022, 2023 und 2024). Der Jahresdurchschnitt der Temperatur stieg in diesem Zeitraum um fast 2,3 °C im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 1951 bis 1980.

Die Schweiz gehört nach UN-Angaben zu den zehn Ländern der Welt, in denen der Temperaturanstieg am markantesten ist.

In der gleichen Kategorie finden sich auch die baltischen Staaten, Russland, die mitteleuropäischen Länder und die arabischen Staaten des Persischen Golfs. Ganz oben auf der Liste steht die zu Norwegen gehörende eisbedeckte Inselgruppe Svalbard.

Autor dieses Newsletters: Peter Pirani